Abusizz in Zermatt

R523 HOFFMANN ist unser neuer «Good Business Bag». Für die Bilder wollten wir diesen aber nicht einfach einem «good looking» Model in die Hand drücken.

Als erstes haben wir in Zermatt Abusizz getroffen, fünf junge Männer mit einem Haufen geschichtsträchtigem Abfallholz und einer Designer-Möbel-gewordenen Philosophie aus dem Wallis.

Angefangen hat alles, als die beiden Schreiner-Designer Michi und Lukas das Matterhorn Basecamp mit Spielkisten ausstatten durften. Die spezielle Atmosphäre im Hüttenprovisorium, wenn man am Abend vor der anspruchsvollen Tour aufs Matterhorn nichts anderes tun kann, als gemütlich Beisammen zu sein und sich ohne Ablenkung auszutauschen, hat sie inspiriert. Abusizz ist der alte walliserdeutsche Ausdruck dafür und den wollten sie in unseren heutigen, hektischen Alltag zurückbringen.

The Good Business Bag - R523 HOFFMANN

Zusammen mit Simon und Roger, die sie von der Hochschule für Technik & Architektur kennen und Andi ist ein Möbel entstanden, das den alten Abusizz von heute mit den digitalen Bedürfnissen von heute vereint. Ein Holztisch, der bei Bedarf zum Touchscreen wird. Alles, was beim Beisammensein diskutiert werden muss, kann direkt aufs Holz projeziert und hier auch bearbeitet werden.

«Der Abusizz soll in unseren Produkten weiterleben. Dieses Lebensgefühl wollen wir erhalten!»

Es hat ein gutes Jahr gedauert, bis eine verlässliche Statik gefunden wurde und die elektronische Bedienung auf dem Tisch funktionierte. Der Abusizz als Tisch ist eben erst auf den Markt gekommen und stösst auf reges Interesse. Trotzdem haben alle der fünf Macher Abusizz auch noch 'richtige' Jobs und finden das auch gut so.

All die durchgearbeiteten Wochenenden haben sie zusammengeschweisst und ihre Freundschaft geprägt. Zudem sind ihre anderen Jobs auch die Quelle für immer wieder neuen Ideen, die sie ins Projekt einbringen können.

Nicht nur der Gedanke des Abusizz kommt aus der Zermatt, hier werden die Möbel in der Schreinerei von Verwandten auch produziert. Und in jedem steckt ein Stück Alpinismus-Geschichte, das man anfassen kann. Einzelne Möbelteile wie z.B. die Schublade werden aus dem Holz der abgerissenen Hörnlihütte, dem 1911 erbauten Berghaus beim Matterhorn, gefertigt.

Der Rest besteht aus FSC-zertifizierten Hölzern und so wenig Elektronik-Komponenten wie möglich. Schliesslich wird auf Nachhaltigkeit und faire Produktionsbedingungen Wert gelegt.

«Wann ist fair und nachhaltig, auch wirklich fair und nachhaltig genug? Dafür gibt es nie eine einfache und eindeutige Antwort, trotzdem muss man sich diese Fragen bei jeder Entscheidung immer wieder neu stellen.»

Ihre Ressource, das Altholz der Hörnlihütte, ist bald aufgebraucht (völlig vermöbelt, sozusagen) Aber das soll nicht das Ende von Abusizz sein, dazu haben sie noch zu viele Ideen.

«Zum Ideensammeln schalten wir die Elektronik auch mal aus und trinken noch ein Bier am Tisch. Und zum Glück gibt es rund um Zermatt noch die eine oder andere in die Jahre gekommene Hütte.»

Grosser Dank an Yves Bachmann für die Bilder!

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