Samuel Fausch möchte den Kinderspielplatz auf den Zürichsee verlagern. Dort könnten sich dann all jene austoben, die eigentlich zu alt sind für Schaukeln.

In seinem Büro in Oerlikon beugt sich Samuel Fausch über ein Gerät aus Plastik, das aussieht wie eine Spinne, deren Beine an zwei Platten festgeklebt sind. „Das mit der Statik bereitet mir noch ein wenig Kopfzerbrechen“, sagt Fausch und wackelt am Gerüst, „das muss ich noch von einem Ingenieur berechnen lassen.“

Er redet über seine Erfindung: eine schwimmende Riesenschaukel aus Holz und Metall. Im Moment existiert sie erst als Modell aus Plastik auf einem Tisch in einem Büro, aber wenn alles klappt, sollte sie schon bald im Zürichsee schwimmen, oder auf einem anderen See in diesem Land.

Die Idee kam ihm beim Spielen mit seinen Kindern auf der Josefwiese in Zürich. Er schaute den Kleinen zu, wie sie auf der Schaukel hin und her wippten. Am liebsten hätte er sich selber draufgesetzt, um so richtig Anlauf zu nehmen. Und abzuspringen. Auf dem Spielplatz, überlegte er sich, wäre das wohl nicht so eine gute Idee, denn da war da Kies – aber Wasser wäre besser.

Fausch ist ein stämmiger Mann mit dichtem Bart, der sich bestens im Metallbau auskennt. Seine Firma stellt Feuerstellen her, Gartenmöbel, Schulhausbänke, eigentlich fast alles, was gefräst und geschweisst werden muss. Im Internet suchte er nach einer ähnlichen Idee wie seine Wasserschaukel, konnte aber nichts finden – stattdessen fand er Filme über Leute, die von der Schaukel rutschen und zu Boden fallen.

„Ich denke, die Idee hat schon Potential, denn man kann viel mehr riskieren wenn man nur ins Wasser fällt“, sagt er.

Seine Schaukel entwarf er nach den Vorgaben der Spielgerätenorm. „Das ist alles genau festgelegt, und daran habe ich mich gehalten“, sagt er. Wie sich das dann allerdings im Wasser verhält, weiss er auch nicht so genau, da es noch nie jemand ausprobiert hat. Für kleine Kinder ist es jedoch definitiv nicht geeignet, denn wer noch nicht schwimmen kann, kommt gar nicht erst auf das Floss, auf dem die Schaukel montiert ist. Und das Floss muss weit genug vom Ufer entfernt sein, wo das Wasser tief genug ist.

„Meine Hoffnung ist natürlich auch, dass die Leute zusätzlich einen Ort zum Abhängen haben“, sagt er. Das Floss soll also nicht nur Spielplatz sein, sondern auch ein Treffpunkt auf dem See.

Er weiss allerdings nicht, ob es einen Markt dafür gibt. „Ich finde die Idee super“, sagt er, „aber was denken die anderen? Ich werde es herausfinden.“

Steckbrief: Worum geht’s?

Mit vollem Schwung von der Schaukel springen – das reizte Samuel Fausch schon als kleiner Knirps. Der Bubentraum hat ihn als Tüftler und Metallbauer zur Entwicklung dieses neuen Spielgeräts motiviert. Jetzt sucht er absprungfreudige Crowdfunder, die ihn in der Realisation unterstützen.

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